Subject : Re: Kampf gegen Napster
Hallo Dominic,
Das ganze Musikbusiness ist in dieser Form korrupt. Meine Erfahrungen , im
Jazz und Popbereich :
Sklavenhalter und Diebe.
Nun werden sicher viele dagegen protestieren, dass ich das sage, ich habe nur
einen einzigen kennengelernt, der nicht so war : Bob Thiele (Impuls)
Alle anderen muessen Sklavenhalter und Diebe sein, sonst ueberleben sie nicht
.
Wenn diese nun von Napstern ausgenommen werden, kitzelt mich das nicht im
Geringsten. Sollen sie sich doch gegenseitig auffressen, dann sind wir sie
endlich los, aber das waere zu schoen um wahr zu sein.
Aber leider verkaufen und downloaden undsw die ja nicht nur den Schrott ,
sondern haben auch unseren kreativen Kram in ihren Katalogen, und wir, die
Kuenstler sind die ersten die dabei drauf gehen.
Das war schon immjer so, und ich setze alles daran, damit das nicht so bleibt.
Entsinnt ihr euch an die ersten Jazzmusiker, die sich dagegen wehrten, dass
sie aufgenommen worden.?
Schon vor hundert Jahren waren das die selben Sklavenhalter und Diebe, wie
die, die sich jetzt auch schliesslich im Internet breit gemacht haben, weil
sei eben die Maerkte beherrschen.
Unrecht Gut gedeiht nicht. LogIsch, dass die nun aufgefressen werden.
Was viel gefaehlicher ist, ist, dass die heutigen Menschen keinen Wert
mehr legen auf das, was wir Originalitaet und "gute" Musik nennen. Die geben
sich gerne mit dem Schrott zufrieden, den man umsonst downladen kann, von wem
auch immer gestohlen.
99% der Jazzmusik, die in Deutschland ( und uenerall sonst) gespielt, auf CDs
und sonstoigem veroeffentlicht wird, ist sogar von den Musikern von anderen
Musikern gestohlen worden, warum sollen sich da die Verbraucher anders
benehmen.
Was in der heutigen Zeit so furcxhtbar ist, ist dass kreative Musiker nicht
jmehr ueberleben koennen. Nirgendwo. Musiker,Maler,Schriftsteller, Poeten
etc....
weil die Imndustrie die Menschen heute erzieht, mit der Absicht, gute
Konsumenten aus ihnen zu machen, die ohne Uebersicht und
Vergleichsmoeglichkeiten den Schrott kaufen, den es ueberall gibt, und an die
wirklich bedeutenden und auch fuer den Hoehrer ergiebigen und spirituell und
Eergie-aufbauenden REAL SHIT uberhaupt nicht mehr interssiert sind, weil der
den Menschen durch die Auswahl der Sklavenhalter und Diebe gar nicht mehr
zugaenglich ist, in den Medien.
Im Jahre 2000 ist der HYPE gefragt. Und das ist die Ware von der wir
heute reden.
Wir, Du und ich, die UDJ,die DJF, ,das Jazzpodium,Jazzthetik,all die
Musikerorganisationen, all die Musiker muessen nun endlich aufwachen und sich
zusammenfinden, und die Konzepte zusammenfinden, die es gestatten, dass
unsere Musik als Kultur weiterleben kann, dass die Muauiker, die diese Musik
machen ihre Rechnungen bezahlen koennen, Auftritte haben, dass diese Stimmen
gehoert werden koennen, wir muessen Erziehungsprogramme entwerfen ( wir haben
die bereits ) wo wir inden Kindergaerten, Schulen, Universitaeten unsere ,
sagen wir ruhig, deutsche Jazz Kultur jedermann zugaenglich machen .
In Form von Unterricht, Spielprogrammen , Konzerten, etc. in der
Oeffentlichkeit uns dadurch bemerkbar machen dass wir Konzerte da machen, wo
die Menschen sind und nicht warten, dass sie in unsere Nachtklubs gehen,
alkohol und rauchgeschwaengerte Macho-Arroganz ueberstehen muessen um sich
"gute"Musik anzuhoeren.
Ich habe mit der Jeanne Lee, Steve McCall, Andrew Cyrille,Rrata Jones, und
vielen anderen Programme entwickelt und seit Jahrzehten in Schulen, usw.
(Frag das MOERS FESTIVAL , die bringen noch heute, die von mir entwickelten
Kontatktprogramme, frag den Stadtgarten (Matthias v. Welck), fragh all die,
die bei der Gruendungsaktion der UDL in Marbur dabei waren, da habe ich diese
Konzepte bereits in einem kurzen Seminar umrissen, aber ausser Matthias v.
Welck, der spaeter den Stadtgarten mit in die Existenz verholfen hat, hat
sich niemand fuer meine Rede interessiert, man wollte lieber die Energie
verbaruchen, um die Berliner Jazztage zu boykotieren, heute spielen sie alle
da !)
Die Menschen haben ein Recht darauf, mit den Energien lebendiger Kultur zu
leben und damit den menschlichen Anspruch sich weiterentwickeln zu koennen,
wahrzunehmen.
Wir muessen Konzepte verwirklichen, dass solche Musiker, Maler, Poeten, die
das wissen und verwirklichen in unserer Gesellschaft arbeiten koennen und mit
den Menschen das Wissen um diese Dinge teilen koennen.
Aber ausser dem Alex v.Schlippenbach und Bert Noglik kenne ich ja sowieso
niemanden in Deutschland, der ueber solche Dinge ueberhaupt nachdenkt
geschweige so etwas zu verwirklichen sucht.
Es gab mal Leute die Radiosendungen gemacht haben, es gab mal Leute die
"gute" Musik gemacht haben, haben die alle aufgeben muessen ?
Die jungen Musikergenerationen, die es heute als NACHWUCHS gibt sind zusehr
damit beschaeftigt, auf den Hochschulen sich licks einzuueben, die sie dann
auf das Napsterpublikum loslassen koennen, bis auf sehr, sehr,sehr wenige,
ist da nichts zu erwarten, die Gesellschaft killt die Kreativitaet, die
Improvisation, die menschliche Gestaltung unserer Umwelt und ueberlaestt die
Seelsorge den Sklavenhalten und Dieben.
Wir haben alle die Wahl, wie wir unsere Gesellschaft einrichten, welche Musik
wir horen und welche nicht.
Waehle.
beste Gruesse
Gunter Hampel
GuntHampel@aol.com
www.gunterhampelmusic.de
Thema: Kampf gegen Napster
Datum: 9/20/00 12:47:08 PM Eastern Daylight Time
From: post@udj.de (Dominik Wagner)
To: c.oschem@kammerjazz.de (Christian Oschem), DIETERILG@aol.com (Dieter
Ilg), bujazzo.dmr@t-online.de (Peter Ortmann), gloeder@uni-duisburg.de
(Reinhard Glöder), EsBuschBas@aol.com (Siggi Busch), post@udj.de (UDJ),
GuntHampel@aol.com (Gunter Hampel)
Der Kampf gegen Napster und Co. ist nicht zu gewinnen
In dem neuen Bericht "Content out of control" prognostiziert Forrester
Research
nicht nur, dass die Verlage, vor allem aber die Musikbranche, in fünf Jahren
durch
den Vertrieb oder das Verschenken von Raubkopien über das Internet einen
Verlust
von 4,6 Milliarden Dollar machen werden, sondern sagt auch, dass das digitale
geistige Eigentum technisch nicht wirklich geschützt werden könne - und
juristisches
Vorgehen keine Lösung sei.
Für die Spielehersteller und die Filmstudios befürchten die Marktforscher
vorerst
weniger Gefahren. Doch für die Musik- und Buchbranche sehe es mit Tauschbörsen
wie Napster düsterer aus. Die Verluste freilich, die Forrester bis 2005 in
Höhe von
3,1 Milliarden Dollar für die Musikbranche und mit 1,5 Milliarden für die
Verlage
ansetzt, kommen nicht alleine durch Raubkopien zustande. Verluste entstünden
auch
dadurch, dass die Künstler und Autoren nicht mehr die Kanäle der Verlage und
Plattenfirmen nutzen, sondern unabhängig werden und selbst ihre Produkte über
das
Internet anbieten und vertreiben - was sich ja bereits andeutet.
"Die Kunden haben gesprochen", sagt Eric Scheirer von Forrester, "sie fordern
den
Zugang zu Inhalten mit allen dazu nötigen Mitteln. Weder digitale Sicherheit
noch
Prozesse werden den Diebstahl von Inhalten im Internet beenden können.
Unabhängig davon, ob traditionelle Verleger Napster als gut oder schlecht
betrachten,
müssen sie sich darauf konzentrieren, Napster im eigenen Spiel zu schlagen.
Sie
müssen attraktive Dienste mit den Inhalten, in den Formaten und mit den
Geschäftsmodellen anbieten, die von den Kunden gewünscht werden." Die
Konsumenten würden sich keinen Kaufregeln oder einer restriktiven Technik
unterwerfen wollen: "Und es genügt, wenn nur ein Mensch die
Sicherheitsmaßnahmen durchbricht und die Inhalte im Netz weitergibt."
Gerichtsprozesse würden hingegen nur die Internetbenutzer Internetdiensten im
Underground wie Gnutella und Freenet treiben.
Quelle: heise online, news 19.9.2000